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Alexia erzählt uns mehr über sich und die Kunstwelt.

Ein paar Fakten über Alexia

Das Model und die Sängerin Alexia lebt seit viereinhalb Jahren in Berlin. Sie wuchs mit ihren Großeltern in der nordrhein-westfälischen Stadt Detmold im Nordwesten Deutschlands auf. In Detmold aufzuwachsen war nicht immer einfach. Während ihrer Kindheit achtete sie nicht auf ihre Hautfarbe. Aber sie erkannte, dass sie anders war, wegen der Behandlung, die sie erhielt. Nach der Schule wurde sie manchmal mit Steinen beworfen oder sogar verprügelt. Einige Viertel musst sie streng meiden. Ihre Verwandten vermittelten ihr jedoch nie das Gefühl anders zu sein.

Als Absolventin des Fachabiturs entschied sie sich, ein Fotografiestudium zu beginnen. Warum Fotografie? Sie liebt das künstlerische Schaffen, Porträtfotos von Leuten zu machen, zu diskutieren und Menschen kennenzulernen. Diese Leidenschaft hat sie jedoch verloren, weil es eine sehr schwierige Aufgabe ist, der sie sich voll und ganz widmen muss.  Sie fand auch, dass sie zu sehr auf die Meinungen anderer, auf ihre Interpretationen achtete. Von nun an haben die Musik und das Modeln vor der Fotografie Vorrang.

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Porträt von Alexia

Ich traf sie in einem Café im Kreuzberger Stadtteil. Sie erzählte mir von ihrem Leben, ihrer beruflichen Karriere, und dann diskutierten wir einige der Themen, zu denen ich ihre Meinung hören wollte, nämlich Kolorismus und kulturelle Aneignung im Künstlertum.

 Alexia, zwischen Modeling und Musik

Im Alter von 14 Jahren machte sie den ersten Schritten in Richtung Modeln. Erst in den letzten drei Jahren hat sie eine berufliche Karriere in einem bestimmten Bereich des Modeling verfolgt. Sie ist ein untypisches Modell, das sich in der nicht-traditionellen Modelbranche entfaltet. Dieser Trend, der aus London kam, zielt darauf ab, der Modelwelt mehr Authentizität zu verleihen und das Schönheitsstereotyp zu brechen. Konformität und die Modewelt sind irgendwie miteinander verbunden, oft wollen wir eine gewisse Homogenität der Modelle. Bei untypischen Modeln ist dies nicht der Fall. Sie fallen aufgrund ihrer besonderen Stärke auf, dem unverwechselbaren Äußerlichen.

Die Modebranche öffnet sich langsam für der Vielfalt, indem sie auch Modelle aufnimmt, die nicht unbedingt den europäischen Schönheitsstandards entsprechen. Der Kolorismus stellt jedoch immer noch eine Realität dar. Alexia ist sich ihres Privilegs als bewusst. Die Agenturen sind sich darüber bewusst, dass die Kunden überwiegend weiß sind. Deshalb ziehen sie es vor, Modelle anzunehmen, die keine dunkle Haut haben, sodass sich die Kunden auf die ein oder andere Weise mit dem Model identifizieren können.

„Wenn sie einen schwarzen Mann oder eine schwarze Frau auf der Plakatwand abbilden, fühlen sich weiße Kunden angesprochen, sagt Alexia. Außerdem bemerkte sie, dass farbige Modelle verglichen mit kaukasischen Modellen anders behandelt werden. Zwischen den farbigen Modellen an sich wird hingegen kaum unterschieden. Stattdessen neigt man dazu, sie und ihr Aussehen über einen Kamm zu scheren. Bei Kaukasischen Modellen ist dies hingegen anders. Bei ihnen stellt auch die Persönlichkeit ein Auswahlkriterium dar und es wird mehr auf ihre Individualität geachtet. Sie hofft, dass sich diese Mentalität mit der neuen Generation von Stylisten und Kunden ändern wird.

Neben dem Modeling möchte sie sich mehr auf ihre Musik konzentrieren. Die Musik tritt in eine neue Ära ein, das digitale Zeitalter. Einerseits können die meisten Songs kostenfrei angehört oder kostenlos heruntergeladen werden. Das erschwert es Künstlern, von ihrer Musik zu leben. Auf der anderen Seite ist die Musik demokratischer geworden. Es ist möglich, sich Streaming-Seiten und soziale Netzwerke schnell bekannt zu werden.  Sie ist außerdem DJ und Sängerin. Als DJ mischt sie Genres, Afro-Beat, Baile-Funk, mit einem Touch Electro und Trap. Als Sängerin ist ihr Genre hauptsächlich RnB mit einem Synthesizer. Ihre Lieder befassen sich mit verschiedenen Themen. Sie reichen von der Liebe bis zur Sexualisierung von männlichen und weiblichen Modellen in der Modebranche.

Sie würde für nichts auf der Welt etwas anderes tun wollen. Sie dachte manchmal daran aufzugeben. Aber Leidenschaft ist stärker als alles andere. In der Hoffnung, dass der Erfolg an ihrer Tür klingeln.

Kulturelle Aneignung: Ein Thema, das auch in der Kunstszene diskutiert wird.

In der Mode- und Musikindustrie werden sich die Menschen immer der Existenz verschiedener Kulturen, der kulturellen Aneignung mehr bewusst“, erklärt Alexia. Allerdings ist noch einiges zu tun.  Was ist kulturelle Aneignung? „Es ist der Akt, Rituale, Überzeugungen, Ästhetiken, kulturelle Produktionen aus einer anderen Kultur als der eigenen, frei und ohne Kompensation zu entlehnen. „, so lautet eine Definition aus einem Artikel in der Express Styles, ein französisches Magazin. Dem ist außerdem hinzuzufügen, dass die Gruppe, die sich die fremde Kultur eigen macht, in der Vergangenheit eben diese Kultur oft verachtet hat.

Wie manifestiert sich das? Beim Modeln werden häufig Muster und Kleidungsstücke von anderen Kulturen übernommen und das eingesetzte Model stammt in der Regel nicht aus dieser Kultur. Zum Beispiel sehen wir in diesem Bild ein amerikanisches Modell, Karlie Kloss als Geisha verkleidet.

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Ein weiteres Beispiel ist das amerikanische Model Ondria Hardin, das bei einem Shooting 2013 in eine „African Queen“ verwandelt wurde.

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In der Musik ist die kulturelle Aneignung laut Alexia weniger ausgeprägt, „weil die meisten weißen Künstler die Wurzeln des Hip-Hops nicht leugnen werden“, sagt sie (was bei Rockmusik leider nicht der Fall ist).  Eines der Dinge, die sie am meisten ärgern, ist, dass die Namen von Frisuren wie Zöpfen oder Bantu Knoten, die modern geworden sind und von Magazinen angepriesen werden, komplett verändert werden, indem sie von kaukasischen Modellen präsentiert werden.

Auf der anderen Seite glauben einige, dass es keine kulturelle Aneignung gibt, sie sehen sie nur als eine Wertschätzung der Kultur. In der Tat leben wir in einer globalisierten Welt, Kulturen vermischen sich miteinander, ob es nun eine leichte Übertreibung und Paranoia auf der Seite der Verteidiger gibt oder nicht. Die Grenze zwischen Wertschätzung und kultureller Aneignung scheint verschwommen zu sein. Warum? Die kulturelle Aneignung ist in gewisser Weise mit dem Kolonialismus verbunden, einer Zeit, die durch die Ausplünderung der Kolonialmächte auf wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Ebene gekennzeichnet war.  Die kulturelle Aneignung reißt alte Wunden auf und weckt die Befürchtung, dass die eigene Kultur wieder angeeignet, verändert oder zerstört werden könnte.

 

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